PERVERTED BY MARK E. - A Tribute to The Fall
Presseinfo von ZickZack Records

The Fall sind Mark E. Smith. Er wäre nichts ohne sie, sie wären nichts ohne ihn. Vor mehr als 25 Jahren gegründet. Postpunk, böse, abgründig, stoisch, intelligent, unnahbar. Wechselnde Bandbesetzungen, von den Gründungsmitgliedern ist heute nur noch der Meister selbst dabei. Dennoch hat sich der Sound der Band kaum verändert, mit dem Geist des Mark E. Smith sind selbst jene Stücke von The Fall verknüpft, an denen er kaum beteiligt war. Alkohol, Drogen, Touren: das gute alte Rock’n’Roll-Leben wurde und wird in und für diese Band geführt. Allerdings weiß man so gut wie nichts über Mark E. Smith. John Peel, sein vielleicht größter Fan, erzählt, er begegne Mark E. Smith manchmal, wisse nichts zu sagen, und Mark E. Smith buffe ihm kollegial gegen die Schulter. Das wäre alles. Vielleicht gibt es auch kaum mehr, da sich der Mann in Musik aufgelöst hat.

Wir verdanken es der Formation Woog Riots: es gibt endlich einen Tribute-Sampler. “Perverted By Mark E.“, ein Titel der sich auf das wunderbare Fall-Album “Perverted By Language“ beruft. Was sich auf diesen zwei CDs findet, ist sehr disperat – merkwürdigste Coverversionen, Versuche einer möglich nah an das Original herankommenden Imitation, gute Grüße aus manchmal beträchtlichem Abstand, in Gitarre und manchmal Computer fantasierte Assoziationen zum Thema.

Eine Compilation, für die die wunderbaren, legendären, zu Unrecht so unbekannten I, Ludicrous einen Track beisteuern. Eine Compilation, für die sich die schmerzlichst vermissten Locust Fudge nach vielen Jahren doch noch zusammensetzen, kann nicht falsch sein. Und wer so unterschiedlichen Gestalten wie Chris Knox, Egoexpress, Klaus Walter oder Michaela Melian einen exklusiven Beitrag aus der Tasche leiert, der kann nicht lügen. Schon allein deshalb ist diese Platte wahr. Hier wurde zudem das Prinzip Compilation verstanden – sie ist hier das Lieblingstape, das keine/r hat, intelligent zusammengestellt, fein gefühlt, raffiniert erklügelt, keine übers Knie gebogene Labelraritätenzweitverwertung. Originalität ist gefragt.

Wahr ist dieses Doppelalbum jedoch vor allem, weil alle, die sich hier an The Fall abarbeiten, den Stil von The Fall getroffen haben – auf ihre Weise. Wir hören verzerrte Stimmen, einen steifen, manischen Beat, es wird an den Reglern gespielt, um die Gitarre nach vorn oder nach ganz hinten zu stellen, es ist vieles seltsam auf dieser Platte, eigenartig, vertraut zugleich. Und es ist, man erwartet es kaum, tatsächlich durchweg guter Pop. Dass das so werden konnte, verdankt sich dem wahrscheinlich bösesten alten Mann des Rock-No-Rock, dem Anti-Unterhalter, Misanthropen, Großtrinker und wichtigstem lallenden Sänger der Weltgeschichte, eben Mark E. Smith. Und alle beteiligten Künstlerinnen und Künstler wissen eines: das Zischen des diabolischen Stars, sein feines, gemeines S-s-s-shh, das er selbst Wörtern wie „that“ ausdrücken kann, das ahmt man besser nicht nach – man würde sich nur lächerlich machen. The Fall werden aus der Ferne geliebt, müssen aus der Ferne geliebt werden, auf die eigene Art und selbstständig. Insofern hat uns alle Gott Smith geschaffen. Vielleicht gegen seinen Willen.


Record-Release-Party: 19.05.04 Darmstadt – 603 qm
more dates to follow (may / june 2004)!